Karies ist Zahnfäule und die häufigste Zahnkrankheit! Bis es soweit kommen kann, müssen mehrere Karies fördernde Faktoren gleichzeitig auftreten. Diese sind Plaque (säureproduzierende Mikroorganismen), zuckerhaltige Nahrung (Nährstoff für Mikroorganismen in der Plaque), Gebisszustand wie etwa unzugängliche Nischen und mangelhafte Zahnpflege.
Wenn die aufgeführten Faktoren gegeben sind, kann man in etwa folgenden Verlauf annehmen. In ein bis zwei Tagen hat sich ein noch relativ harmloser Bakterienflaum auf der Schmelzoberfläche gebildet. Nach fünf bis neun Tagen siedeln sich säurebildende Streptokokken an und schließen somit die Plaquebildung ab. Mit gelblicher Färbung und schmieriger Konsistenz ist die Plaque speichelundurchlässig und gibt den Bakterien die Möglichkeit organischen Säuren durch Stoffwechsel zu produzieren. Speichelsalze können sich nun in Form fester Bestandteile in die Plaque einbinden, sodass letztere mineralisiert und gelblichen Zahnstein entstehen lässt.
Bei anhaltender Zuckerzufuhr werden sich die Streptokokken weiter vermehren und den normalen pH-Wert von pH7 auf pH4 fallen lassen. Es kommt zur Entmineralisierung des Zahnschmelzes. Nun ist die Anfangsphase von Karies im Gange. Sie wird Initialkaries genannt und ist an weißen Verfärbungen zu erkennen. Kommt es zu einer bräunlichen Verfärbung der Karies, so ist diese nicht mehr durch einfache Mittel wie Fluor-Gel regenerierbar. Ohne angepassten Eingriff durch den Zahnarzt ätzen sich die Kariesbakterien ungehindert durch den Zahnschmelz um sich im Dentin großräumig zu vermehren. In dieser Phase sind Kalt-, bzw. Heißreize bei der Aufnahme von Speisen und Getränken unangenehme bis schmerzhafte Erscheinungen. Erreicht die Karies die Pulpa im Zahninnern kommt es zu dauerhaft starken Zahnschmerzen. Durch unzureichende Durchblutung kommt es zum Absterben des Pulpagewebes welches im Anschluss darauf verfault. Eitrige Herde können gefährliche Folgen nach sich ziehen und zu Herz- und Organerkrankungen, Knochenauflösung, Schwächung des Immunsystems und sogar Blutvergiftung führen.
